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Büraburg ArtikelBuch-Tipp: Die Kapelle des Erzbischofs. Ein spannender historischer Krimi Wie war das Leben in England im Jahre 1365? Übernahm eine Frau bei Heirat grundsätzlich den Namen ihres Ehemannes? Wie finanzierte ein König seine Kriege? Durfte ein König eine „offene Ehe" führen? Gab es schon damals Apotheken und überhaupt, wie feierte das Stadtvolk von York Fronleichnam? Wie sahen... Die Büraburg liegt auf dem Büraberg, einem auf drei Seiten steil zu dem Edertal abfallendem Bergsporn oberhalb des Ortes Ungedanken bei Fritzlar (ca. 65 km nördlich von Marburg).
Auf dem Gipfelplateau befindet sich die der irischen Nationalheiligen Brigida geweihte Kapelle, die auf die ehemalige Bischofskirche zurückgeht. Ältester erhaltener Bauteil ist die Chorbogenwand, die mittels C-14-AMS Analysen (ETH Zürich, 2002) von Holzkohlepartikeln in dem Kalkmörtel in den Zeitraum 543-568 bzw. 558-667 (kalibriert) datiert werden konnte. Damit handelt es sich offenbar um den in seinen Ursprüngen ältesten Kirchenbau östlich des Limes, der mit dieser Datierung in einen zeitlichen Zusammenhang mit der Eroberung Thüringens durch die Franken in dem Jahr 531 und eine sich daran anschließende irische Missionstätigkeit zu setzen ist.
Die Kapelle bildet das Zentrum der fränkischen Befestigungsanlage vom Ende des 7. Jh. bis in die Mitte des 9. Jh., die aus bis zu drei hintereinander gestaffelten Grabenanlagen und einem durchgehenden Mauerring mit drei Toren besteht. Sie umfasst einen ungefähr 8 ha großen Innenbereich mit nachweislich dichter, regelmäßiger Bebauung und eine dem befestigten Bereich östlich, der Hauptverteidigungsrichtung entgegengesetzten Seite, angrenzende unbefestigte Vorburg von ungefähr 4 ha Fläche.
723 dient die Büraburg dem heiligen Bonifatius, dem Apostel der Deutschen, als Operationsbasis und militärischer Schutzschirm, als er bei dem ca. wenige Kilometer Luftlinie entfernten Ort Geismar die Donareiche fällt. Aus dem Holz der Eiche läß er er ein Bethaus errichten und weiht es dem heiligen Apostel Petrus. Diese Holzkirche ist die Keimzelle des 724 von Bonifatius begründeten Klosters Fritzlar.
742 erhebt Bonifatius Büraburg zusammen mit Würzburg und Erfurt zu dem Bistum. Bereits 747, nachdem Tod des ersten Bischofs Witta, geht es in dem Sprengel Mainz auf, behält jedoch bis 786 als Chorbistum eine gewisse Eigenständigkeit.
32 Jahre nach der Bistumsgründung wird die Reichsfestung in dem Grenzbereich zwischen Franken und Sachsen nochmals in den fränkischen Reichsannalen zu dem Jahr 774 in dem Zusammenhang mit den Sachsenkriegen Karls des Großen erwähnt.
Nach der Unterwerfung Sachsens in dem Jahre 804 verliert die Büraburg nachdem vorhergehenden Verlust der kirchenpolitischen Funktion nun auch ihre militärische Bedeutung. Spätestens ab der Mitte des 9. Jh. verlagert sich die Besiedlung des Platzes nach Ungedanken und Fritzlar und läuft in dem 13. Jh. endgültig aus.
Die kleine Kirche inmitten des von alten Bäumen bestandenen Friedhofs, von der der Blick weit über das Edertal hinüber nach Fritzlar fällt, ist bis heute Absicht jährlicher Prozessionen und Wallfahrten.Bischöfe:
- Witta (741-746)
- Meginoz (747-786?)==Literatur==
Thiersch, Katharina: Die Kapelle St. Brigida auf dem Büraberg bei Fritzlar-Ungedanken, in: Denkmalpflege & Kulturgeschichte, hrsg. Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Heft 2/2003, S. 22-26
Vonderau, Joseph: Die Ausgrabungen am Büraberg bei Fritzlar 1926/31. Die festgelegten fränkischen Festungsanlagen, sowie die Grund-Linien der ältesten Kirchenbauten am ersten hessischen Bischofssitz inmitten des Kastells. 22. Veröffentlichungen des Fuldaer Geschichtsvereins, hrsg. von Prof. Dr. h.c. Joseph Vonderau , Fuldaer Actiendruckerei, Fulda 1934
Wand, Norbert: Die Büraburg bei Fritzlar - eine fränkische Reichsburg mit Bischofssitz in Hessen, in: Frühmittelalterlicher Burgenbau in Mittel- und Osteuropa, Tagung Nitra vom 07. - 10. Oktober 1996, hrsg. Joachim Henning und Alexander T. Ruttkay, Bonn 1998 (dort alle weiteren Literaturhinweise)
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